Der Shabbat

 

Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Shabbattag und heiligte ihn (2. Mose 20.11)

 

 

Mehrfach gebietet Gott in der Torah, dass wir seine Shabbate unbedingt halten sollen. Wie Gott selbst sechs Tage gearbeitet hatte als er die Welt erschuf und am siebten Tag ruhte, so sollen es auch alle Söhne Israels halten für alle Ewigkeit als zeichen des ewigen Bundes (2. Mose 31.16). Gott selbst sagt, dass der Shabbat ein Zeichen ist zwischen ihm und seinem Volk ist. Ein Zeichen, an welchem man erkennt, dass Gott es ist, der sein Volk heiligt (2. Mose 31.13). Das Shabbat Gebot ist sogar das dritte Gebot der zehn Gebote, gleich nach den Geboten keine anderen Götter neben Gott zu haben und Gottes Namen nicht zu missbrauchen. Im Gegensatz zu den restlichen 603 Gebote, welche in der Torah zu finden sind, wurden diese zehn Gebote von Gott höchstpersönlich in Stein geschrieben.

 

Mann kann die Gebote, welche Mose am Berg Sinai erhalten hatte als einen Verlobungsvertrag von Gott mit Israel ansehen. Das ganze Volk stimmte diesem Verlobungsvertrag zu. In diesem Sinne ist der Shabbat der Verlobungsring, das deutliche Zeichen der Söhne Israels, dass sie verlobt sind mit Gott.

 

Viele Christen betrachten den Sonntag als den neuen Shabbat. Dies kommt daher, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass das Christentum keine neue Religion ist. Jahrhundertelang unternahm man alles Mögliche um das Christentum vom Judentum abzugrenzen. Ein guter strategischer Zug des Widersachers. So verhindert er, dass die Juden ihren Messias erkennen und gleichzeitig hält er die Christen vom Segen eines Lebens nach Gottes Weisungen fern.

 

In den ersten Jahrhunderten nach Jeschua haben die ersten Gemeinden weiterhin den Shabbat gehalten. Sie gingen in die Synagogen und feierten alle biblischen Feste. Es gab keinen Grund zur Trennung. Übrigens gingen auch die Gläubigen aus den Nationen mit in die Synagogen. Denn sie gehörten durch Jeschua ja auch zum Volk Israel. Gleichzeitig haben sich die ersten Gemeinden jeweils am ersten Tag der Woche, dem Sonntag versammelt um sich gegenseitig im Glauben zu stärken und das Brot zu brechen (Apg. 20:7). Dies war in den Synagogen nicht möglich, da wohl die meisten dort nicht an Jeschua glaubten. Es liegt nahe, dass sie sich jeweils am Samstag Abend trafen. Der Shabbat dauert vom Sonnuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Der Sonntag hingegen, ist der erste Arbeitstag. Genauso wie es heute äusserst unpraktisch wäre, eine private Versammlung am Montagmorgen zu halten, weil die meisten zur Arbeit gehen müssen, können wir annehmen, dass die ersten Gemeinden sich eben nicht am Sonntagmorgen trafen sondern am Samstag Abend nach Sonnuntergang, was ebenfalls bereits der erste Tag darstellte. Ausserdem erschien Jeschua seinen Jüngern ebenfalls am Samstagabend (Johannes 20:19)

 

Der Shabbat wurde erst im Jahre 312 durch Konstantin I. durch den Sonntag als Ruhetag und religiösen Feiertag ersetzt. Bei dieser Entscheidung spielte vermutlich der sogenannte Mithraskult eine Rolle. Konstantin war vor seiner Konvertierung ein Anhänger dieses Kultes. Der Mithraskult war unter den römischen Soldaten weitverbreitet. Ihr heiliger Tag war der Sonntag

 

Der Shabbat wurde also keineswegs durch den Sonntag abgelöst. Der Shabbat war und ist der Tag des Herrn, der Tag der Ruhe, der siebte Tag der Woche.

 

 

Die Shabbatgebote

 

Was sagt nun die Torah über den Shabbat? Zuersteinmal sollen wir in heiligen:

 

Denke an den Shabbattag, um ihn heilig zu halten (2. Mose 20.8)

 

Dieser Tag ist ein Tag des Herrn. Wir sollen ihn als etwas heiliges betrachten, einen Tag, den man ehrt, ein Tag welcher Gott gehört. Wir heiligen diesen Tag auch dadurch, dass wir keine Arbeit verrichten:

 

Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, aber der siebte Tag ist Shabbat für den Herrn, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun (2. Mose 20.9)

 

Um zu definieren, was Arbeit ist, haben die Rabbiner einen Katalog von verbotenen Tätigkeiten erstellt. Darunter fallen im Wesentlichen alle Tätigkeiten welche einen schöpferischen Akt im weitesten Sinne enthält. Wenn wir etwas tun, dass in irgendeiner Form dazu beiträgt, dass etwas neues entsteht, ist es verboten. Darunter fällt bereits das Klopapier abzureissen, denn nun sind kleinere Papierstücke entstanden als vorher gewesen sind.

 

Ich glaube wir dürfen das Gebot so verstehen, wie es geschrieben steht. Der Shabbat soll ein Tag der Ruhe sein. Alles was diese Ruhe stört soll an diesem Tag nicht stattfinden, insbesondere die Arbeit, welcher wir während unseres Alltags verrichten.

 

Die Torah formuliert einige wenige Verbote konkret:

 

Ihr dürft am Shabbattag in all euren Wohnsitzen kein Feuer anzünden (2. Mose 35:3)

 

Aus diesem Verbot leiten die Rabbiner ab, dass wir am Shabbat keinen Lichtschalter betätigen dürfen und keinerlei elektrische Geräte verwenden dürfen. Ich verstehe es so, dass Gott nicht wollte, dass die Israeliten an diesem Tag kochen und am Feuer arbeiten und es deswegen verbot. Aus diesem Grund gebot Gott den Israeliten auch ihr Essen am Vortag vorzubereiten, damit sie am Shabbat keine Arbeit verrichten müssen. Auch gebot der Herr den Israeliten am Shabbat ihr Lager nicht zu verlassen:

 

So bleibe nun jeder von euch daheim, niemand verlasse am siebten Tag seinen Lagerplatz (2. Mose 16:29)

 

Dies tat er, weil sich die Israeliten nicht daran hielten am Shabbat kein Mannah auf dem Feld zu suchen. Gott unterband also diese verbotene Arbeit indem er ihnen gleich gebot zuhause zu bleiben. Daraus leiten die Rabbiner ab, dass wir unseren Lagerplatz am Shabbat gar nicht verlassen dürfen. Wobei der Lagerplatz ausgelegt wird als die gesamte Stadt, in welcher man wohnt plus ungefähr 4 km Umkreis.

 

Gott geht es darum, dass der Shabbat ein Tag der Ruhe ist. Wenn wir unseren Wohnort verlassen um in irgendeiner Form einer Arbeit nachzugehen (Manna sammeln), ist dies natürlich verboten. Ich glaube jedoch nicht, dass es verboten ist am Shabbat eine erholsame Wanderung zu machen oder gar in die Synagoge zu fahren.

 

Auch nannte Gott den Shabbat eine heilige Versammlung und deutete damit vielleicht an, dass wir uns am Shabbat zu einer Versammlung treffen sollen.

 

Aber am siebten Tag ist ein ganz feierlicher Shabbat, eine heilige Versammlung (2. Mose 23.3)

 

Nach meiner Kenntnis ist dies die einzige Stelle, in welcher erwähnt wird, dass der Shabbat eine heilige Versammlung ist. Aber es ist eigentlich verständlich und macht Sinn, dass wir uns am heiligen Tag Gottes treffen um ihn zu preisen und anzubeten.

 

 

Wie halten wir den Shabbat?

 

Ich glaube mit den genannten Shabbatgeboten im Hinterkopf gibt es viele Varianten, wie wir den Shabbat halten können.

 

Wichtig ist, dass es ein Tag der Ruhe ist, an dem wir keine Arbeit verrichten. Wenn wir möchten, treffen wir uns zu einer Versammlung. Es ist ein Tag der Gemeinschaft mit Gott und mit der Familie. Um diesen Tag der Ruhe halten zu können macht es Sinn, dass wir vorgängig die Wohnung herrichten und die Speisen für den Shabbat vorbereiten.

 

Obwohl es keine betreffenden Gebote in der Torah gibt, ist es eine wertvolle Tradition den Eingang und den Ausgang des Shabbats mit einem Ritual, einem Kiddusch (Heiligung), wie die Rabbiner es nennen, zu markieren.

 

Seit mir aufgefallen ist, dass Jeschua jeweils das Brot und den Wein segnete und vermutlich den Kiddusch ebenfalls sprach, sowie die Rabbiner dies heute noch lehren, habe ich mich wieder stärker an der jüdischen Tradition des Shabbats orientiert.

 

Nachfolgend möchte ich den Kiddusch vorstellen, welchen ich halte zu Beginn und Ende des Shabbats. Wie erwähnt orientiere ich mich an der jüdischen-rabbinischen Tradition, jedoch beinhaltet diese noch viele weitere Elemente, welche ich nicht verstehe und daher auch nicht einfach übernommen habe.

 

 

Der Kiddusch zum Beginn des Shabbats

 

Der Kiddusch, welcher auch von den Rabbinern gesprochen wird, erinnern stark an das Abendmahl, was kein Zufall ist. Das Abendmahl eine Sederfeier, welche traditionell mit demselben Kidusch beginnt. Anschliessend an diesen Kiddusch wird dann ein festliches Shabbatmahl in der Familie gegessen.

 

Bei Dämmerung, noch bevor es draussen ganz dunkel ist und der Shabbat begonnen hat, entzünde ich in der Wohnung die Shabbatkerzen und spreche den folgenden Segen:

 

Baruch ata, adonai eloheinu, mäläch ha'olam, aschär kidschanu b'mitzwotav;

Gelobt seist du, Ewiger, Unser Gott, König der Welt, der du uns mit deinen Geboten geheiligt hast

 

Anschliessend breche ich das Brot und spreche den folgenden Segen über das Brot:

 

Baruch ata, adonai eloheinu, melech ha'olam, ha mozi lechem min ha'aretz

Gelobt seist du, Ewiger, Unser Gott, König der Welt, der du das Brot aus der Erde hervorgehen lässt

 

Das Brot wird allen Anwesenden gereicht, welche es in Salz tauchen bevor sie es essen. Es symbolisiert die Nahrung die wir zu uns nehmen, das Wort Gottes und, oder das Fleisch von Jeschua selbst. Jedes Opfer, das Gott im Tempel geopfert werden musste, wurde mit Salz geopfert. 

 

Als nächstes schenke ich Wein oder Traubensaft in einen Becher ein bis er überfliesst. Und spreche den folgenden Segen:

 

Baruch ata, adonai eloheinu, melech ha'olam, bore pri hagafen

Gelobt seist du, Ewiger, Unser Gott, König der Welt, Schöpfer der Früchte des Weinstocks

 

Auch dies ist symbolisch und deutet an, dass der Segen und das Blut unseres Erlösers im Überfluss auf uns ausgeschüttet wurde. Wir erhalten Gnade und Vergebung im Überfluss. Dieser Kelch wird anschliessend allen Anwesenden gereicht.

 

Nach dem Brot und dem Wein spreche ich einen Segen über das Haus, die Familie und den kommenden Shabbat.

 

 

Die Kiddusch zum Ende des Shabbats

 

Der Kiddusch zum Shabbat Ausgang wird gehalten, sobald es draussen so dunkel ist, dass man die ersten Sterne sieht. Ich selber halte den Kiddusch zum Shabbat Ausgang sehr einfach und nicht wie die Rabbiner es lehren, weil ich die Symbolik nicht verstehe. Ich beende den Shabbat lediglich, indem ich die Kerzen lösche und Gott für den Shabbat danke.

 

Wer sich für die jüdischen Traditionen am Shabbat interessiert empfehle ich die folgende Seite: www.de.chabad.org