Pessach

15. - 22. Nissan /Abib

 

Pessach ist eines der grossen Wallfahrtsfeste, bei welchem wir an den Auszug Israels aus Ägypten gedenken. G-tt gebot dem ganzen Volk Israel dieses Fest für alle Generationen zu feiern. Pessach ist durchdränkt von einer auf Jeschua hinweisende Symbolik. Als Jeschua am Kreuz für uns starb, erfüllte er diese Prophetie bis ins kleinste Detail. Unser Herr wurde am Pessachfest gekreuzigt, an gerade diesem Fest, welches eine so deutliche und klare Prophetie auf ihn selbst ist. Wir dürfen dieses Fest feiern im Gedenken an unsere Befreiung aus der Sklaverei aus Ägypten, und vielmehr noch im Gedenken an unsere Befreiung aus der Herrschaft der Sünde durch unseren Messias, Jeschua ha`Maschiach.

 

Pessach in der Bibel

 

G-tt gebot den Israeliten in Ägypten am 10. Tag des ersten Monats (Nissan/ Abib) ein Lamm ohne Fehler, ein männliches, einjähriges zu nehmen und es am Abend des 14. Nissan zu schlachten. Mit dem Blut des Lammes sollten sie ihre Türpfosten bestreichen und das Fleisch noch in derselben Nacht, am Feuer gebraten, essen. Es durfte nicht übrig bleiben bis am nächsten morgen. In der Nacht des 14. Nissan erschlug der Herr alle Erstgeburt im Land Israel, vom Erstgeborenen des Viehs und auch von den Erstgeborenen jeder Familie. Einzig wo der Herr das Blut des Lammes am Türpfosten fand, da verschohnte er die Familie. Am nächsten Tag liess der Pharao die Israeliten ziehen. (2. Mose 12)

 

G-tt setzte das Pessach-Fest für alle Generationen ein um an diesen Auszug zu erinnern.

 

Und dieser Tag soll euch eine Erinnerung sein, und ihr sollt ihn feiern als Fest für den Herrn. Als ewige Ordnung für all eure Generationen sollt ihr ihn feiern (2. Mose 12:14)

 

Der 15. Nissan war der Tag des Auszuges. Seither war dieser Tag ein Shabbat, ein Feiertag des Herrn. Am 14. Nissan schaffte man alles Gesäuerte aus dem Haus und in der Stiftshütte oder im Tempel wurde das Pessachlamm geschlachtet, welches am Abend gegessen wurde. Man ass vom 14. Nissan bis zu 22. Nissan nur noch ungesäuertes Brot.

 

Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen, ja, gleich am ersten Tag sollt ihr den Sauerteig aus euren Häusern wegtun (2. Mose 12:15)

 

Dieses Fest hatte schon immer eine sehr tiefe prophetische Bedeutung und wie auf den Messias hin. Das wussten und wissen auch die rabbinischen Juden. Die Erfüllung durch Jeschua ha`Maschiach ist offensichtlich, wurde jedoch dennoch von vielen rabbinischen Juden nicht erkannt.

 

Die Pessach- Feier

 

Nachfolgend möchte ich beschreiben, wie wir heute Passahmahl halten können. Die Grundlage für diese Beschreibung stammt von Hanspeter Obrist (http://www.obrist-impulse.net/pessach-haggada/), basiert auf einer jüdisch-messianischen Sederfeier und wurde von mir nur leicht verändert.

 

Als Vorbereitung auf die Pessach-Feier wird am 13. oder 14. Nissan die Wohnung geputzt und alles Gesäuerte aus dem Haus entfernt. Die ist die Aufgabe der Frau, während der Mann zuständig ist um zu überprüfen ob sein Haus wirklich frei von Gesäuertem ist.

 

Das eigentliche Pessach beginnt am Abend des 14. Nissan, dem sogenannten Sederabend. Dies ist genau der Abend, an welchem Jeschua das letzte Abendmahl feierte, welches eben auch ein Sedermahl war.

 

Weitere Vorbereitungen für die Sederfeier

 

  • Kerzen
  • Weinkelche
  • Mazza- Brote
  • Drei Mazza-Brote in einer Mazza-Tasche oder einfach unter einem weissen Tuch
    ==> Ein leinenes Tuch für das Afikoman
  • Eine Sederplatte mit sechs Schüsseln und den folgenden Inhalten: Karpas (Ein Stück Gemüse , meist Petersilie), Maror (geriebener Meerrettich), Charoset (eine Süssspeise), Bejza (Ein hartgekochtes Ei), Sroa (Ein gebratener Hähnchenknochen, ungebrochen!), Chaseret (bittere Kräuter)
  • Eine Schüsselchen mit Salzwasser

 

Eröffnung der Sederfeier

 

 

Die Frau des Hauses entzündet die Kerzen und spricht den Segen:

 

Baruch ata Adonai, Elohenu Melech ha’Olam, ascher kidschanu bemizwotav vezianu, lehadlik Ner schel Schabbat ve Pessach.

Gelobt seist du, unser Herr, unser G-tt, König der Welt, denn du hast uns angenommen durch deine vergebende Liebe und hast uns erlaubt, die Festkerzen anzuzünden am Schabbat und am Passahfest.


Die Hausherrin oder der Hausherr erklären:

Die Kerzen sind ein Symbol für Jeschua. Er ist das Licht, welches in die Welt gekommen ist.

 

Der Familienvater erklärt:

Wir feiern Pessach um uns an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. Den ersten grossen Exodus des Volkes Israel.

 

Ein Familienmitglied liest aus der Bibel vor:

Sklaven waren wir beim Pharao in Ägypten. Der HERR aber hat uns mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt, und der HERR tat vor unseren Augen große und unheilvolle Zeichen und Wunder7 an Ägypten, an dem Pharao und an seinem ganzen Haus. Uns aber führte er von dort heraus, um uns herzubringen, uns das Land zu geben, das er unsern Vätern zugeschworen hat. Und der HERR hat uns geboten, alle diese Ordnungen zu tun, den HERRN, unsern G-tt, zu fürchten, damit es uns gut geht alle Tage und er uns am Leben erhält, so wie es heute ist. (5. Mose 6, 21-24)

 

Der Familienvater erklärt:

Wir feiern Pessach aber nicht nur um uns an den Auszug aus Ägypten zu erinnern, sondern vielmehr um uns daran zu erinnern, dass Jeschua, der Messias, uns mit seinem Blut aus der Sklaverei der Sünde losgekauft hat. Den zweiten grossen Exodus des Volkes Israel.

 

Bevor Jeschua gestorben ist, waren wir unter die Herrschaft der Sünde versklavt. Jeschua vollbrachte grosse Zeichen und Wunder um den Menschen zu zeigen, dass er der erwartete Messias war. Durch seinen Tod am Kreuz hat er uns aus der Sklaverei der Sünde herausgeführt und wird uns in das verheissene Königreich bringen, wo wir das ewige Leben empfangen. Durch den Glauben an ihn sind wir Kinder G-ttes, Erben der Welt. Jeschua hat uns geboten seine Gebote zu halten, nicht damit wir Kinder G-ttes sein dürfen, sondern weil wir aus Gnade Kinder G-ttes geworden sind.

 

 

Der Kelch der Heiligung

 

 

Der Hausvater schenkt erstmals Wein in den Kelch ein.

Damit vollzieht er den Kidusch, die Eröffnung und Heiligung der Sederfeier. Es ist der erste Kelch, der Kelch der Heiligung. Dazu spricht er den folgenden Segen:

 

Baruch ata Adonai, eloheinu melech ha`olam. Borei pri ha`gafen

Gelobt sei G-tt, unser Herr, König der Welt. Schöpfer der Frucht des Weinstocks.

 

Mögliches Gebet des Hausvaters: Gelobt seist du, Herr, unser G-tt, König der Welt, denn du hast Israel aus allen Völkern auserwählt und ausgesondert durch den Bund, den du mit dem Vater Abraham geschlossen hast. In deiner Liebe hast du deine Fest- und Feiertage als Zeichen deines Erlösungsplanes gegeben. Heute erinnern wir uns an den Auszug aus Ägypten und an den Opfertod von Jeschua, der sein Leben für uns und für alle Völker der Welt hingegeben hat. Gelobt seist du, Herr, unser G-tt, König der Welt. Amen

 

Alle trinken den ersten Kelch. Anschliessend wird für den zweiten Kelch aufgefüllt.

 

Der Hausvater wäscht seinem Sitznachbar die Hände und erklärt z.B. wie folgt:
An dieser Stelle des Seders hat Jeschua seinen Jüngern die Füße gewaschen. Wenn wir Jeschua glauben, werden wir von ihm reingewaschen. Trotzdem sagt Jeschua, dass es nötig ist, dass wir uns gegenseitig die Füsse waschen. Denn wenn wir auf dieser Erde leben, werden wir immer mit unheiligem in Berührung kommen. Das Waschen der Füsse oder der Hände ist ein Symbol, dass wir uns immer wieder reinigen von allem, was unser Herz auf dieser Welt verunreinigt.

 

Die Schale mit Wasser und der Krug werden durch die Reihe gereicht. Die Anwesenden waschen sich gegenseitig die Hände.

 

Der Hausvater nimmt von der Sederplatte ein bischen Petersilie, taucht sie in das Salzwasser und erklärt:

Die Petersilie ist ein Symbol für den Frühling, das Erwachen Israels aus der Sklaverei in Ägypten und das Erwachen Israels aus der Sklaverei der Sünde. Wir tunken sie in Salzwasser, welches die Tränen der Sklaverei darstellen.

 

Mose schreibt: «Die Israeliten stöhnten unter der Zwangsarbeit und schrien zu G-tt um Hilfe. Er hörte ihr Klagen und dachte an den Bund, den er einst mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte.» (aus 2.Mose 2,23–24)

 

Alle nehmen einen Zweig Petersilie und tauchen ihn in Salzwasser ein

 

Der Hausvater spricht den Segen über die Petersilie

 

Baruch ata Adonai Elohenu Melech ha’Olam bore pri ha’Adama.

Gelobt sei G-tt, unser Herr, König der Welt – Schöpfer der Frucht der Erde.

 

Alle essen die Petersilie.

 

Der Hausvater bricht die mittlere Matze und hält den größeren Teil in die Luft. Den anderen Teil der geteilten Matze legt der Hausherr wieder zwischen die beiden anderen Matzen und erklärt:

 

Der Afikoman heißt auf Griechisch «das, was nachher kommt» und bedeutet «Brot des Kommenden». Diese zebrochene Matze ist ein Symbol für unseren gekreuzigten Messias. Wie diese Matze Löcher aufweist, so wurde auch Jeschua durchbohrt. Und wie diese Matze ungesäuert ist, so war auch Jeschua ohne jede Sünde und gab sein Leben am Kreuz für uns hin. Geanu wie Jeschua in Leinen gewickelt und begraben wurde, werden wir nun auch den Afikoman in Leinen wickeln und verbergen. Jeschua war ganz Mensch und ganz G-tt. Jeschua als Mensch starb am Kreuz, während Jeschua als G-tt niemals starb. Deswegen legen wir die zweite Hälfte des Afikoman wieder zurück in die Matzentasche. In der Matzentasche liegen drei Matzen. Die obere steht für G-tt den Vater, die mittlere, das Afikoman für G-tt den Sohn und das unterste für G-tt den Heiligen Geist.

 

Der Hausvater wickelt das Afikoman in ein Leinentuch und versteckt es irgendwo in der Wohnung, sodass es aber später von den Kindern gut gefunden werden kann.

 

 

Der Kelch des Gerichts

 

 

Der Hausvater erklärt:

Um dem Auszug der Israeliten aus Ägypten zu gedenken, lesen wir heute diese Geschichte:

 

Jemand aus der Gemeinschaft erzählt die Geschichte vom Auszug aus Agypten. Während dieser Geschichte werden drei Lieder gesungen.

 

Erzählung: Zur Zeit Jakobs gab es eine große Hungersnot in Kanaan. Da auch die Familie Jakobs keine Nahrung mehr hatte, gingen sie nach Ägypten. Mit der Zeit wuchs die Zahl der Israeliten auf etwa zwei Millionen an. Als aber ein neuer Pharao auf den Thron kam, fürchtete er das Volk Israel. Er unterdrückte das Volk, hielt sie als Sklaven und lud ihnen schwere Arbeit auf. G-tt aber segnete sein Volk. Und trotz aller Mühsal wuchs das Volk Israel stark. Darüber war der Pharao so sehr verärgert, dass er befahl, alle neugeborenen Söhne der Israeliten in den Nil werfen zu lassen. In ihrer Not schrien sie zu G-tt, und G-tt erhörte ihre Gebete. G-tt erwählte sich einen Erretter und Befreier namens Mose, den er nicht im Wasser umkommen ließ. Mose bedeutet «der aus dem Wasser Gezogene». Diesen Mose sandte G-tt zum Pharao mit dem Befehl, sein Volk ziehen zu lassen.

 

Lied: „When Israel was in Egypt’s land“

 

Erzählung: Der Pharao jedoch wollte G-ttes Befehl nicht Folge leisten. Und so übte G-tt Gericht an Ägypten, indem er Plagen über das Land kommen ließ.

 

Der Hausvater erklärt: Wir erinnern uns an die Plagen indem wir den kleinen Finger in den Kelch des Gerichts tauchen und einen Tropfen Wein auf den Teller tupfen, jedes Mal, wenn eine Plage genannt wird.

 

Erzählung: Diese Plagen waren: Blut, Frösche, Stechmücken, Fliegen, Viehpest, Geschwüre, Hagel, Heuschrecken, Finsternis, Tötung der Erstgeborenen. Mose berichtet: «Am 10. Tag de erste Monats soll jeder für seine Familie ein Lamm auswählen. Es sollen so viele Menschen von dem Lamm essen, dass es für alle reicht und nichts davon übrigbleibt. Sucht einjährige, männliche Tiere ohne Fehler aus. Dann sollen alle, die zur Gemeinschaft der Israeliten gehören, die Passahlämmer in der Abenddämmerung schlachten. Sie sollen etwas vom Blut der Tiere in einer Schale auffangen und es an die Pfosten und oberen Türbalken der Häuser streichen, in denen sie das Lamm essen. Noch in derselben Nacht müssen sie das Fleisch über dem Feuer braten. Dazu sollen sie bittere Kräuter essen und Brot, das ohne Sauerteig gebacken ist. In dieser Nacht werde ich durch Ägypten gehen und jeden ältesten Sohn einer Familie töten und auch jedes erstgeborene Tier. Das Blut an den Türpfosten eurer Häuser aber wird ein Zeichen sein, das euch schützt. Wenn ich das Blut sehe, will ich euch verschonen. Nach dieser letzten Plage liess der Pharao die Israeliten schliesslich ziehen. » (aus 2. Mose 12)

 

«Die Ägypter aber jagten den Israeliten nach. G-tt teilte für die Israeliten das Meer, sodass sie trockenen Fusses hindurch gehen konnten und so flohen sie vor dem Heer des Pharao. Mit allen Streitwagen, Pferden und Reitern stürmte das Heer des Pharao ins Meer hinein. Da sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand noch einmal über das Meer aus. Die Wassermassen flossen zurück und überfluteten die Streitwagen und Reiter des Pharaos, die den Israeliten ins Meer hinein gefolgt waren. Kein einziger Ägypter blieb am Leben! Die Israeliten aber waren trockenen Fußes durchs Meer gezogen, während das Wasser wie eine Mauer zu beiden Seiten stand. So rettete der Herr die Israeliten an diesem Tag vor den Ägyptern.»(aus 2. Mose 14)

 

Lied: Wie groß ist mein G-tt 

 

In den Tagen Moses streckte G-tt seinen mächtigen Arm aus und brachte dem hilflosen Volk die Befreiung und gab ihnen am Berg Sinai seine Gebote. Unter Joshua wurde das Volk in ihr gelobtes Land geführt. Saul herrschte als erste König über Israel, doch erst Salomon, der Sohn seines Nachfolgers David erbaute den ersten Tempel für den Herrn. In den Zeiten Hesekiels wurde dieser Tempel zerstört aufgrund der Übertretungen der Israeliten und erst unter Esra wieder aufgebaut. In den Tagen des zweiten Tempels wurde der mächtige Arm G-ttes nochmals offenbar. Diesmal brachte der Arm des Herrn die Erlösung aus der Sklaverei der Sünde durch den Messias, den Sohn Davids, Jeschua, wie es 700 Jahre vor Jeschuas Geburt durch Jesaja niedergeschrieben wurde.


Jemand aus der Familie liest vor (Jesaja 53)

«Wir wollten nichts von ihm wissen, ja, wir haben ihn sogar verachtet. Dabei war es unsere Krankheit, die er auf sich nahm; er erlitt die Schmerzen, die wir hätten ertragen müssen. Wir aber dachten, diese Leiden seien G-ttes gerechte Strafe für ihn. Doch er wurde blutig geschlagen, weil wir G-tt die Treue gebrochen hatten, wegen unserer Sünden wurde er durchbohrt. Wir haben nun Frieden mit G-tt! Durch seine Wunden sind wir geheilt. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt. Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Man begrub ihn bei G-ttlosen, im Grab eines reichen Mannes. Wenn er dieses schwere Leid durchgestanden hat, sieht er wieder das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Er ist schuldlos und gerecht. Aber er lässt sich für die Sünder bestrafen, um sie von ihrer Schuld zu befreien. Deshalb gebe ich ihm die Ehre, die sonst nur mächtige Herrscher erhalten.» (aus Jesaja 53)

 

Der Hausvater erklärt: Der Messias Jeschua ist jetzt Israels geopfertes Passahlamm. Sein Blut ist an die Türpfosten unseres Herzens gesprengt. Wir sind aus dem Reich der Finsternis in das Reich des Lichts eingetreten und für immer von der Sklaverei der Sünde befreit worden! Johannes der Täufer sagte: «Seht, das ist G-ttes Opferlamm, das die Sünden aller Menschen hinwegtragen wird» (Johannes 1,29).

 

Die Rabbiner sagen, dass man sich in jeder Generation vorstellen müsse, man sei selbst mit dem jüdischen Volk aus Ägypten gezogen. G-ttes mächtige Taten der Erlösung müssen gefühlt, geschmeckt, verinnerlicht und geglaubt werden, als ein persönliches Erlebnis, nicht nur als etwas, das vor langer Zeit geschah. Israel freut sich nicht über das Gericht, sondern über die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Deshalb singen wir das Lied «Dayenu» – Genug für uns.

 

Lied: Dayenu  (Es wäre genug gewesen für uns) Refrain Noten

 

Alle heben den zweiten Kelch, den Kelch des Gerichts hoch. Der Hausvater spricht:

 

Dies ist der Kelch des Gerichts. Das Gericht, welches alle traf, welche das Blut des Lammes nicht an ihre Türpfosten gestrichen hatten. Und das Gericht das jene treffen wird, über welche nicht das Blut Jeschuas ist.

 

Der Hausvater spricht den folgenden Segen:

 

Baruch ata Adonai, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Bore pri ha`gafen
Gelobt sei G-tt, unser Herr, König der Welt. Schöpfer der Frucht des Weinstocks.

 

Alle trinken aus dem zweiten Kelch. Der dritte Kelch wird aufgefüllt.

  

 

Der Kelch der Erlösung

 

 

Der Hausvater erklärt: Die Matzen, das Brot ohne Sauerteig, steht für den raschen Aufbruch bei der Befreiung.

In der Thora steht: «Die Ägypter drängten die Israeliten zur Eile, damit sie schleunigst das Land verließen. ‹Wenn ihr noch länger hier bleibt›, sagten sie, ‹kommen wir alle um!› Die Israeliten nahmen ihre Backschüsseln mit dem ungesäuerten Teig. Unterwegs backten sie aus dem ungesäuerten Teig, den sie mitgenommen hatten, Fladenbrote. Weil man sie so plötzlich aus Ägypten vertrieben hatte, war keine Zeit geblieben, den Teig durchsäuern zu lassen.» (aus 2. Mose 12)

 

Der Hausvater spricht den Segen über das Brot:

 

Baruch ata, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Ha`mozi lechem min ha`arez

Gelobt sei G-tt, unser Herr, König dieser Welt

 

Alle essen ein Stück Matze

 

Der Hausvater erklärt: Die Bitterkräuter, die G-tt dem Volk Israel zu essen geboten hat, stehen für die Bitterkeit und das Elend Israels in Ägypten. Die Ägypter zwangen die Israeliten, für sie zu arbeiten und ihre Städte zu bauen. Jeschua benützte wahrscheinlich diese bittere Matze, um zu zeigen, wer ihn verraten würde.

Matthäus berichtet: «Während sie aßen, sagte er: ‹Einer von euch wird mich verraten!› Erschrocken fragte jeder: ‹Meinst du etwa mich?› Jeschua antwortete: ‹Der mit mir das (ungesäuerte) Brot in die Schüssel eingetaucht hat, der ist es.›» (aus Matthäus 26)

 

Jeder nimmt nun mit etwas Matze so viel Meerrettich, dass nach dem Genuss die Augen tränen. Diese Tränen sollen uns an die Tränen erinnern, die die Israeliten in Ägypten geweint haben. 

 

Segensspruch des Hausvaters in Bezug auf das Bitterkraut Maror: 

 

Baruch ata, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Ascher kidschanu b’mizotaw, w’ziwanu al achilat Maror.

Gelobt seist du, Herr, unser G-tt, König der Welt, der du uns mit deinen Geboten geheiligt hast und uns geboten hast, bittere Kräuter zu essen.

 

Alle essen Matzen mit Meerrettich.

 

Der Hausvater erklärt: Das Fruchtmus (Charosset) ist feucht und rot und erinnert uns an den Lehm, mit dem die Ziegel für den Pharao hergestellt wurden. Gleichzeitig schmeckt es aber auch süß und erinnert uns an die Freude der Erlösung. Nun essen wir eine zweite Matze, aber diesmal mit Fruchtmus.

 

Alle essen Matzen mit dem Fruchtmus


Der Hausvater erklärt:
Das Ei soll uns daran erinnern, dass wir durch Jeschua von neuem geboren werden und berufen sind, unsere Leiber als Opfer G-tt hinzugeben, um ihn zu verherrlichen. Wir tunken das Ei in das Salzwasser, um uns daran zu erinnern, dass wir das Salz de Erde sind und unser Körper selbst ein heiliges, G-tt wohlgefälliges Opfer sein soll.

 

Alle essen das in Salzwasser getunkte Ei.

 

Anschliessend essen alle die Sedermahlzeit

Am Ende der Sedermahlzeit suchen die Kinder das Afikoman. Sobald sie es finden, bringen sie es zum Hausvater.

 

Der Hausvater nimmt das Afikoman und spricht über ihm folgende Segnung:

 

Baruch ata Adonai, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Ha`mozi lechem min ha`arez

Gelobt sei G-tt, unser Herr, König des Universums – du bist es, der Brot aus der Erde hervorbringt.

 

Jeschua spricht: Dies ist mein Leib (Markus 14:22)

 

Der Hausvater bricht das Afikoman und teilt kleine Stücke an alle Anwesenden aus. Anschließend streut man ein wenig Salz darauf. Der Hausvater erklärt:

 

Genau wie das Afikoman aus seinem Grab zu uns zurück gekommen ist, so ist auch Jeschua von den Toten auferstanden. Er ist das Afikoman, das Brot des Kommenden. Dieses Brot, seinen Leib müssen wir essen um ewiges Leben zu haben. Das Salz erinnert uns an den neuen Bund, den wir mit G-tt geschlossen haben. Auch musste jedes Opfer, welches zur Vergebung der Sünden im Tempel geopfert wurde, mit Salz geopfert werden. Jeschua ist unser Opfer zur Vergebung der Sünden für alle Zeit. In Erinnerung an seinen Tod und seine Auferstehung essen wir den Leib Jeschuas, als Zeichen des neuen Bundes

 

Alle essen Matzen mit Salz.

 

Der Hausvater spricht den Segen über den dritten Kelch, den Kelch der Erlösung:

 

Baruch ata, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Bore pri ha`gafen.
Gelobt sei G-tt, unser Herr, König der Welt – Schöpfer der Frucht des Weinstocks.

 

Jeschua spricht: Dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird (Markus 14:24)


Alle trinken aus dem dritten Kelch. Der vierte Kelch wird aufgefüllt.

 

 

Der Kelch der Wiederkunft

 

 

Der Hausvater erklärt:

Nachdem Jeschua den dritten Kelch getrunken hatte sprach er: «Ich sage euch, von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn wieder im Reich meines Vaters mit euch trinken werde» (Matthäus 26,29).

 

Dieser vierte und letzte Kelch ist also eine Prophetie auf das zweite Kommen des Messias. Wenn wir ihn heute trinken, denken wir daran, wie wir ihn einst zusammen mit Jeschua im Königreich G-ttes trinken werden.

 

Der Hausvater segnet den vierten Kelch:

 

Baruch ata Adonai, Adonai eloheinu, melech ha`olam. Bore pri ha`gafen
Gelobt sei G-tt, unser Herr, König der Welt. Schöpfer der Frucht des Weinstocks.

 

Alle heben den Kelch und sprechen: Nächstes Jahr mit Jeschua in Jerusalem!

 

Vorschlag für Lieder:

Immanuel

Vertrauet auf den Herrn allezeit / Bitchuba Adonai 

Schalom Chaverim